Ondili und ökologische
Verantwortung
Naturschutz durch verantwortungsvollen Tourismus
Die Ondili-Gruppe legt höchsten Wert darauf, dass durch den Betrieb der Ondili-Lodges Naturschutz entsteht. Dieser Anspruch ist Grundlage und Antrieb der Ondili-Gruppe.
- Die Ondili-Gruppe investiert seit ihrem Bestehen jedes Jahr den gesamten erwirtschafteten Gewinn in die Schaffung und den Erhalt der Ondili-Naturreservate.
- Pro Gästezimmer auf einer Ondili Lodge schafft die Ondili-Gruppe mindestens 1.000 Hektar (10 km²) neues Naturreservat in Namibia und unterhält die geschaffenen Flächen dauerhaft.
- Alle Lodges erzeugen ihren Strom und heißes Wasser lokal über eigene Solarsysteme, außer an Wolkentagen und bei Störungen.
- Gemüse und Kräuter werden an fast allen Standorten vor Ort erzeugt.
- Die lokale Bevölkerung profitiert durch die Schaffung von Arbeitsplätzen in den Naturreservaten und im ökologisch-landwirtschaftlichen Bereich. Drei Arbeitsplätze im Tourismus schaffen bei Ondili einen Arbeitsplatz im Naturschutz.
- Brennholz für die Ondili Lodges wird in den Naturreservaten im Rahmen notwendiger Entbuschungsmaßnahmen gewonnen.
Ondili unterhält und entwickelt Naturreservate in verschiedenen Regionen Namibias.
Im Jahr 2027 wird Ondili seine Naturreservate in die Hände der eigens dafür gegründeten Non profit Company “ Wildland Nature Reserves“ geben.
Wildland Nature Reserve
Wildland Nature Reserves
„Wildland Nature Reserves“ ist eine in Namibia gemäss Companies Act (non Profit association 21) registrierte gemeinnützige NGO (Non-Governmental Organisation). Die Tätigkeit ist das Betreiben, Bewahren und Weiterentwickeln bestehender und künftig hinzukommender Gebiete zum Zwecke des Natur- und insbesondere Artenschutzes in Namibia. Im Jahr 2027 übergibt Ondili seine 5 bestehenden Naturschutzgebiete zum Betreiben an „Wildland Nature Reserves“
Sie werden unter folgenden Namen gelistet werden:
Wildland Kalahari
Wildland Namib Tsaris
Wildland Erongo
Wildland Etosha
Wildland Waterberg
Beispielhaft für die Entwicklung eines Naturreservats wird hier das größte von Ondili gegründete Projekt, das Nature Reserve „Wildland Namib Tsaris“, vorgestellt.
Das Naturreservat Wildland Namib Tsaris umfasst derzeit eine Fläche von 140.000 ha und liegt in der sogenannten „Greater Sossusvlei Area“. In dieser besonders schützenswerten Region liegen auch das UNESCO-Welterbe „Namib Sand Sea“, der Nationalpark „Namib-Naukluft“, sowie die privaten Naturreservate „NamibRand“ und „ProNamib“.
Das Wildland Namib Tsaris schließt an diese bestehenden Gebiete an und ergänzt sie um weitere besondere Landschaftsräume, etwa dem Tsaris-Gebirge mit seinen 2.000 Meter hohen Plateaubergen, Schluchten und offenen Ebenen. Das geschützte Gebiet dieser Region erstreckt sich heute von der Skelettküste über die Dünenlandschaft des Sossusvlei, das Namib-Rand-Gebiet, die Nubibberge und die offenen Flächen bis über die Tsaris-Plateauberge in Richtung Maltahöhe.
Vor gut zehn Jahren hat Ondili begonnen, Farmen zu kaufen, die an die beiden Lodges Desert Homestead und Namib Outpost angrenzten oder in ihrer Nähe lagen. Über die Jahre entstand so die Fläche, aus der das heutige Namib Tsaris Nature Reserve hervorgegangen ist. Wie fehlende Puzzleteile fügten sich die vormals als Schaffarmen betriebenen Flächen zu einem großen Ganzen zusammen. Gleichzeitig konnten Übergänge zu den bereits bestehenden Schutzgebieten geschaffen werden. Wildtiere können dadurch heute durch deutlich größere Areale wandern, als es in den letzten 100 Jahren während der Nutzung als Schaf- und Rinderfarmen möglich war.
Insbesondere die Ost-West-Korridore sind wegen der besseren Niederschläge in den bergigen Tsaris-Regionen wertvoll. Das Betreiben kommerzieller Schaffarmen am Rand der Wüste ist für die meisten Angehörigen der jüngeren Generation nicht mehr attraktiv, da es mit Entbehrungen und wirtschaftlichen Risiken verbunden ist. Der Aufbau und das spätere Betreiben eines Nature Reserves bieten deutlich mehr Arbeitsplätze, als es die Farmen taten. Ondili ermöglicht diese für die lokale Bevölkerung wichtige Entwicklung, indem alle Gewinne aus dem Tourismus der Lodges in diese Gebiete zurückfließen.
Im Folgenden werden wesentliche Maßnahmen vorgestellt, die für die Umwandlung von Farmland in ein Naturschutzgebiet (Nature Reserve) umgesetzt werden müssen:
- Rückbau der landwirtschaftlichen Infrastruktur
- veränderte Wasserwirtschaft
- verändertes Straßennetz
- Schaffung einer Rangerstation mit Geräte- und Maschinenbasis einschließlich funktionierender Telekommunikation
- Wiederherstellung der natürlichen Balance innerhalb der Flora und Fauna sowie im Verhältnis von Flora und Fauna
- Erosionsbekämpfung
Rückbau der landwirtschaftlichen Infrastruktur
Entzäunung
Farmen sind üblicherweise in mindestens 14 Weidecamps unterteilt. Die Camps werden im Jahreszyklus nacheinander jeweils etwa einen Monat lang mit Schafen beweidet. Danach werden die Tiere in das nächste Camp umgesetzt. Einige Camps werden als Weidereserve angelegt, falls die nächste Regenzeit auf sich warten lässt.
Die Camps sind etwa 1,00 bis 1,20 Meter hoch eingezäunt, was für Schafe ausreichend ist. Wildtiere lassen sich durch solche Zäune jedoch nicht ohne Weiteres aufhalten. Trotzdem kommt es immer wieder zu Verletzungen oder dazu, dass Tiere beim Überqueren zugrunde gehen. Sie laufen zum Beispiel in den Zaun und verletzen sich. Sie versuchen, durch den Zaun zu schlüpfen, verfangen sich darin oder bleiben beim Überspringen hängen. Die Folge ist in vielen Fällen ein qualvoller Tod.
Durch die meist höheren und stabileren Grenzzäune wird die natürliche Migration der Wildtiere gestört oder sogar unterbrochen. Das Entzäunen auf Naturreservatsflächen ist daher eine essenzielle Aufgabe. Ziel ist es, möglichst große Flächen ohne Zäune zu schaffen.
Im Namib Tsaris Nature Reserve mussten hunderte Kilometer Zaun zurückgebaut werden. Diese Arbeit zog sich für mehrere Entzäuner-Teams über Jahre hin. Auch in schwer zugänglichen Schluchten, teilweise bis zu zehn Kilometer von den nächsten Farmstraßen entfernt, verlaufen Zauntrassen. Das Material besteht aus Eisenpfählen und Draht und muss bis zur nächsten Straße getragen werden. Eisen ist schwer. Ein Arbeiter trägt maximal fünf Zaunpfähle pro Gang bis zur nächsten Straße. Wenn das Material dann entlang der Farmstraße liegt, wird es mit einem Unimog abgeholt und zur Basis gebracht, wo es bis zu seiner Weiterverwendung gelagert wird.
Gebrauchtes Zaunmaterial wird im Reservat zu folgenden Zwecken wiederverwendet:
- Maschendraht wird zum Bau von Gabionen für den Erosionsschutz eingesetzt.
- Maschendraht wird im Straßenbau zur Befestigung langer Steilpassagen verarbeitet, um Material festzuhalten und die Straße vor Erosion zu schützen.
- Eisenpfähle werden zur Erhöhung und Verstärkung von Außengrenzzäunen eingesetzt.
- Eisenpfähle werden auch in der Erosionsbekämpfung verwendet, etwa als Pflöcke zur Befestigung geflochtener Matten oder von Gabionen, um Staustufen in Trockenflussläufen zu bauen.
Weitere Rückbaumaßnahmen
- Rückbau der gesamten Gebäude der Farmstelle, einschließlich Stallungen, Garagen und Tanks
- Ausheben der Mülllagerstätten, die im Laufe der Jahrzehnte entstanden sind, einschließlich Sondermüll, Maschinenmüll und Hausmüll. Manche Farmen sind regelrechte Müllhalden.
- Rückbau sämtlicher Dams, also großer Wasservorratsbecken aus Stein oder Beton, die in den Camps stehen. Sie sind dauerhaft undicht, verschwenden Wasser, stören die Landschaft und sind Brutstätten für Mücken.
- Rückbau weiterer Infrastruktur, zum Beispiel von Trinktrögen
- Ausheben und Abtransport des Dungs aus den Kraals, der über Jahrzehnte angewachsen ist
- Rückbau der Kraals
- Rückbau der Überlandwasserleitungen
- Rückbau der Wasserpumpen
Wasserwirtschaft
Die Wassersituation in den fast ariden Regionen ist ein lebenswichtiges Thema. Auf Schaffarmen wurden üblicherweise Pumpen eingesetzt, die permanent liefen. So wurde Wasser aus dem Boden gefördert und verschwendet – unabhängig davon, ob es verbraucht wurde oder nicht. Windmühlen liefen immer bei Wind, Motorpumpen so lange, wie der Treibstoff reichte, und moderne Solarpumpen so lange, wie die Sonne schien – also nahezu jeden Tag. Leitungen waren undicht, ebenso die Dams, also die großen Wasserspeicher aus Stein. Trinkstellen liefen permanent über. Und das in jedem Camp, wobei solche Trinkstellen meist vier Camps zusammenfassten. Ein Naturreservat wird nach anderen Grundsätzen bewirtschaftet.
Wildtiere legen größere Distanzen zu Wasserstellen zurück. Gegenüber einem Farmbetrieb wird die Anzahl der Trinkstellen daher reduziert. Alle sieben bis zehn Kilometer findet sich im Reservat – je nach Topografie und dem Vorhandensein von Bohrlöchern – eine Trinkstelle. Als Trinkstellen werden keine Tröge angeboten, sondern Vertiefungen im Boden, die sanft angeschrägt und mit Steinen rutschfest belegt sind. So können auch kleine Tiere die Trinkstellen nutzen, und sie können außerdem als Suhle dienen. Möglichst werden natürliche Quellen mitgenutzt und in das Wasserkonzept eingebunden.
Zur häufig gestellten Frage nach der Schaffung künstlicher Wasserstellen in einem Naturreservat:
Die Naturreservate sind flächenmäßig bereits sehr groß. Um jedoch auf künstliche Wasserstellen verzichten zu können, müssten die Gebiete deutlich größer sein, damit die natürliche Migration der Tierherden hinter den Regenfällen ermöglicht würde. Selbst die größten staatlichen Nationalparks können nicht auf künstliche Wasserstellen verzichten. Die notwendige landwirtschaftliche Nutzung des Landes setzt den Naturschutzgebieten Grenzen. Die Diskussion über künstliche Wasserstellen in Naturschutzgebieten führt daher schnell zu ethischen Fragestellungen. Die Ernährung der Menschen durch Ackerbau und Viehzucht steht den Interessen der Natur entgegen. Ondili ist überzeugt, mit diesem Konzept einen guten Kompromiss gefunden zu haben.
Verändertes Straßennetz, Straßenbau und Straßenrückbau
Die Führung von Straßentrassen in einem Naturreservat folgt anderen Zielsetzungen als die auf Farmland. Farmstraßen sind meist Kontrollstraßen entlang der Zäune der Innencamps sowie Verbindungen zu den Kraals und Trinkstellen für die Nutztiere. Sie sind zudem nicht farmübergreifend konzipiert, sondern jeweils auf eine einzelne Farm bezogen. Häufig ziehen sie sich schnurgerade durch das Land.
In einem Naturreservat wird zunächst die Trassenführung zur Erschließung des Gesamtgebietes geplant. Wenn möglich, wird dabei unter Nutzung der bereits vorhandenen Straßen eine sinnvolle Haupttrasse durch das Reservat entwickelt. Straßen im Reservat werden angelegt, um den Rangern Überblick und Kontrolle zu ermöglichen. Zugleich wird versucht, landschaftlich interessante Bereiche einzubinden. Eine Grenzkontrollstraße ist, soweit topografisch möglich, ebenfalls notwendig.
Alte, nicht mehr benötigte Straßen müssen renaturiert werden. Sie stören zum einen das Landschaftsbild, zum anderen stellen sie Angriffsflächen für Erosion dar und würden im Laufe der Jahre immer tiefer ausgewaschen. Der Straßenbau ist die größte Investition bei der Schaffung des Reservats. Eine gute Erschließung ist jedoch aus vielen Gründen unverzichtbar. Deshalb ist das Thema Straßenbau von zentraler Bedeutung.
Bau einer Rangerstation
Bau einer Rangerstation
Die Notwendigkeit, ein Naturschutzgebiet stets zu beaufsichtigen, ist selbstverständlich. Viele Arbeiten fallen dauerhaft und wiederkehrend an. Charakteristisch sind vor allem die Kontrolle der Grenzzäune und der Wasserstellen. Dauerpräsenz ist aber auch wichtig, um Wilderei zu verhindern. Eines der vorhandenen Farmhäuser ist dafür vorgesehen, die Funktion der Rangerstation zu übernehmen.
Benötigt werden eine Internetverbindung, eine Telefonverbindung, ein Büro sowie eine Werkstatt mit Lagerhalle. Für die Mitarbeiter muss angemessener Wohnraum geschaffen werden. Außerdem wird eine kleine Tankstelle mit Reparaturwerkstatt benötigt.
Wiederherstellung der natürlichen Balance von Fauna und Flora
Wiederherstellung der natürlichen Balance von Fauna und Flora
Ehemaliges Farmland ist nicht sofort wieder Naturland. Die Bewirtschaftung der Flächen über die letzten 100 Jahre hat die Tier- und Pflanzenwelt beeinflusst.
Flora
Überweidung führt zu Verbuschung. Gras wird vom Busch verdrängt. Zugleich führt fehlender Grasbewuchs zu einer erhöhten Anfälligkeit für Bodenerosion. In Gebieten, in denen ein deutliches Missverhältnis zugunsten der Büsche besteht, wird entbuscht. Gras soll dort wieder Teile der Flächen übernehmen.
Fauna
Tiere wurden bejagt. Raubtiere, weil sie Schafe gerissen haben; Huftiere, weil sie als Fleisch nutzbar waren und weil sie in Konkurrenz zu den Nutztieren um Futter standen. In einem Naturreservat ist eine ausgewogene Zusammensetzung der Arten anzustreben. Einige Tiere werden aktiv wieder angesiedelt, andere Arten wandern von selbst zurück.
Erosionsbekämpfung
Erosionsbekämpfung
Trockenheit, lange Dürreperioden, Überweidung und ungünstig angelegte Wegführungen sind die Hauptursachen für Erosion bei Regen.
Flächenerosion
Auf ausgetrockneten Böden ohne Grasnarbe bilden sich bei Regen sofort kleine Ablaufkanäle. Diese fressen sich in den Boden ein und verbinden sich zu immer größeren Kanälen. So entstehen die typischen Deltas, und Boden wird abgetragen. Eine mögliche Maßnahme besteht darin, große, flach angelegte Hindernisse auf den Hängen zu schaffen, die die Abflussgeschwindigkeit bremsen.
Flusserosion
Maßnahme: Kleine Staudämme errichten, um die Fließgeschwindigkeit zu reduzieren.
Straßenerosion
Straßen leicht erhöht anlegen und mit seitlichen Abläufen versehen, damit Regenwasser nicht über die Fahrbahn abläuft und sie ausspült. Zusätzliche Humps und Entwässerungsrinnen helfen dabei, das Wasser kontrolliert von der Straße wegzuleiten. Auch Kurven sollten so angelegt werden, dass Wasser dort gezielt abfließen kann.
Diese Maßnahmen müssen auf sehr großen Flächen umgesetzt werden und sind entsprechend kostspielig und langwierig. Die Erosionsbekämpfung ist ein Dauerthema und wird das Reservat noch über Jahre begleiten.
Ondili beschäftigt sich seit Jahren mit dem Wildland Namib Tsaris. Viele der beschriebenen Maßnahmen sind bereits umgesetzt, andere dauern noch an.
Seit der Gründung des Reservats waren – je nach Bau- und Entwicklungsphase – zwischen rund 20 und zeitweise bis zu 100 Menschen gleichzeitig an seiner Entwicklung beteiligt. Allein in diesem Reservat wird Ondili, sobald es vollständig hergestellt ist, rund 30 Dauerarbeitsplätze im Naturschutz schaffen.
Die beiden Lodges im Wildland Namib Tsaris, die Desert Homestead Lodge und die Namib Outpost, tragen durch die vollständige Einbringung ihres Jahresgewinns direkt zum Erhalt dieses Gebietes bei – und damit auch jeder einzelne Gast.








































